04.05.2017

Beratung für junge MS-Erkrankte mit Kinderwunsch

Das Projekt des Bundesverbandes der Deutschen Multiplen Sklerose Gesellschaft (DMSG) „Plan Baby bei MS“ ist gestartet.

Ab sofort beantworten kompetente, speziell fortgebildete Beraterinnen in allen 16 Landesverbänden der DMSG, Bundesverband e.V. Fragen zu Kinderwunsch, Schwangerschaft, Entbindung, Stillzeit und Elternschaft. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig ist Schirmherrin dieses von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung geförderten Projektes.

Gerade vor dem Hintergrund, dass Multiple Sklerose in der Regel zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr diagnostiziert wird und damit in die Kernzeit der Familienplanung fällt, ist „Plan Baby bei MS“ ein sehr wichtiges und sehr notwendiges Projekt, um junge MS-Erkrankte in einer bestimmten Lebensphase bei ihren zukunftsträchtigen Entscheidungen zu unterstützen und ihnen beratend zur Seite zu stehen.

Konkret sieht das so aus, dass in jedem DMSG-Landesverband entsprechend qualifizierte Mitarbeiterinnen aus den Sozialdiensten zu bestimmten Sprechzeiten eine umfassende Telefonberatung zum Themenkreis Kinderwunsch, Schwangerschaft und Elternschaft anbieten. MS-Erkrankte können dort ihre Fragen stellen, ihre Unsicherheiten ansprechen, ihre Ängste benennen – die DMSG-Mitarbeiterinnen nehmen sich Zeit für sie und helfen ihnen unabhängig und individuell. Um auch medizinische Fragestellungen adäquat behandeln und beantworten zu können, sind regionale Netzwerkpartner, beispielsweise MS-Zentren und MS-Schwerpunktpraxen, sowie die Initiatorin des Deutschen Multiple Sklerose und Kinderwunschregisters in Bochum, PD Dr. med. Kerstin Hellwig, eng in das Projekt eingebunden.

Individuell für jeden DMSG-Landesverband gestaltete Flyer, die regional weit gestreut sind, benennen die Ansprechpartnerinnen im jeweiligen Bundesland mit Telefonnummer und Sprechzeiten. Darüber hinaus listet ein allgemein gehaltener Flyer die Kontaktdaten aller 16 teilnehmenden DMSG-Landesverbände.

Grundsätzlich geht es in „Plan Baby bei MS“ aber auch darum, neue Netzwerke und Kooperationen zu etablieren, die den Austausch für den genannten Personenkreis ermöglichen und fördern. Mit dem Aufbau eines überregionalen virtuellen Kontaktkreises für MS-Erkrankte mit Kinderwunsch und Eltern mit MS wird jetzt begonnen.

Das Gesamt-Konzept dieses einmaligen Projektes hat auch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig so überzeugt, dass sie die Schirmherrschaft über „Plan Baby bei MS“ übernommen hat: „Kinder zu haben, ist ein großes Glück. Ich unterstütze deshalb dieses wichtige Projekt der DMSG, weil ich möchte, dass auch an MS erkrankte Frauen und Männer sich diesen Wunsch erfüllen können. Für junge Menschen mit Kinderwunsch, die an MS erkrankt sind, stellen sich viele Fragen. Dass mit dem neuen DMSG-Gemeinschaftsprojekt „Plan Baby bei MS“ für sie nun in allen Bundesländern Anlaufstellen und Netzwerke zum Austausch bundesweit bereitgestellt werden, ist ein sehr wichtiges Hilfsangebot für junge MS-Erkrankte.“

Das DMSG-Gemeinschaftsprojekt „Plan Baby bei MS“, liegt federführend beim DMSG-Landesverband NRW, gefördert wird es von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung.

Weitere Informationen finden sich unter https://www.dmsg.de/plan-baby-bei-ms/