15.11.2017 erstellt von Ulrike Ehrich

Kinderschutzbund Schleswig-Holstein drängt auf anhaltenden Ausbau und Kostenfreiheit der Kindertagesbetreuung

Pressemitteilung des Deutschen Kinderschutzbundes Landesverband Schleswig-Holstein e.V. vom 15.11.2017

KIEL Im Hinblick auf das im Landtag geplante Gesetz zur Änderung des Kindertagesstättengesetzes als rechtliche Grundlage für die weitere Unterstützung des Landes beim anhaltenden Ausbau der Kindertagesbetreuung erinnert der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein noch einmal an den hohen pädagogischen Wert der KiTa-Betreuung. „Die frühkindliche Förderung ist als Basis für den späteren Bildungserfolg von grundlegender Bedeutung und muss daher unbedingt in ausreichender Quantität und vor allem auch Qualität gewährleistet sein“, betont die Landesvorsitzende Irene Johns. „Nur hier können eventuelle Entwicklungsunterschiede frühzeitig ausgeglichen werden, was langfristig mehr Chancengerechtigkeit für die Kinder bedeutet. Außerdem ist ein ausreichendes Betreuungsangebot zwingend notwendig für die Entlastung junger Familien sowie die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf – und bisher ist das Angebot im Ländervergleich zwar gut, aber noch lange nicht ausreichend“, mahnt Johns.

Laut Landesregierung werden in Schleswig-Holstein etwa 18 000 Kinder unter drei Jahre und etwa 91 000 Kinder über drei Jahre betreut. Zahlen, die durch Zuwanderung und zunehmende Geburtenraten in Zukunft noch deutlich steigen sollen. „Die von der Landesregierung angekündigte Bereitstellung bis Ende der Legislatur 2022 von zusätzlich 180 Millionen Euro für die Kitas[1] ist daher für den Ausbau von zusätzlichen Plätzen sowie zur Unterstützung von qualitätsfördernden Maßnahmen dringend notwendig“, weiß die Landesvorsitzende. Allerdings reiche es darüber hinaus nicht aus, einen, wie von Sozialminister Garg angekündigt, landesweit einheitlichen Kita-Betrag zu schaffen, so Johns weiter. „Es kann nicht sein, dass Schule und Studium kostenfrei sind, während ausgerechnet die elementare Kita-Erziehung eine Frage des Geldes ist. Deshalb fordert der Kinderschutzbund auch weiterhin die Kostenfreiheit aller Bildungseinrichtungen von der Krippe bis zur Hochschule“, führt Irene Johns aus „Statt sozialer Selektion muss von Anfang an Chancengerechtigkeit herrschen. Die Investition in die kostenfreie Kita ist gleichzeitig eine Investition in unsere Kinder und damit in die Zukunft Schleswig-Holsteins.“

Kontakt:
Deutscher Kinderschutzbund Landesverband Schleswig-Holstein e.V.
Sophienblatt 85
24114 Kiel
www.kinderschutzbund-sh.de

 



1 Vgl. dpa- Meldung «Wir wagen den großen Wurf» - Start zur Kita-Reform im Norden“ vom 01.11.17.