13.04.2018 erstellt von Jan Dreckmann

Visionäre Gestaltung, diplomatische Hartnäckigkeit und ein Generationswechsel

Pressemitteilung: Günter Ernst-Basten tritt ab - Nachfolger Michael Saitner übernimmt das Steuer

Günter Ernst-Basten nimmt nach 11 Jahren Abschied von seiner Funktion als Vorstand des PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverbandes Schleswig-Holstein e.V. Mit ihm geht ein Macher von Bord, der nicht nur den Verband, sondern die psychiatrische und soziale Landschaft in Schleswig-Holstein entscheidend geprägt hat. Sein engagiertes Wirken im PARITÄTISCHEN Schleswig-Holstein und davor über zwanzig Jahre als Geschäftsführer der Brücke Schleswig-Holstein haben viele Spuren hinterlassen. Er geht zwar in den Ruhestand, doch bleibt er dem Verband als Vorstand der neuen Stiftung PARITÄT erhalten.

Der Diplom-Psychologe und Psychotherapeut hat seit 1981, zunächst ehrenamtlich, die Gründungsphase des Vereins „Brücke Neumünster“ geprägt, war dessen 1. Vorsitzender. In dieser Zeit entstanden viele Angebote, die in Schleswig-Holstein gänzlich neu waren und die heute landesweit eine hohe Bedeutung für die Versorgung psychisch erkrankter Menschen haben.

Von 1985 bis 2008 verantwortete er als alleiniger Geschäftsführer den Aufbau der Brücke Schleswig-Holstein. Auch hier bereicherte er mit der Entwicklung und dem Aufbau differenzierter sozialpsychiatrischer Angebote dauerhaft die Versorgungslandschaft.

Anfang 2007 wurde er gebeten, in einer schwierigen Phase des PARITÄTISCHEN Schleswig-Holstein, dessen Geschäftsführung zu übernehmen. In einem intensiven Prozess entwickelte er den Verband zu einem wichtigen sozialpolitischen Akteur. Sowohl bei den Kollegialverbänden als auch bei Wissenschaft, Politik und Verwaltung hat er dem PARITÄTISCHEN zu hohem Ansehen verholfen.

So ist es nicht verwunderlich, dass sich zur Verabschiedung ca. 250 Gäste zum Empfang im Hotel Atlantic in Kiel trafen, um Günter Ernst-Basten zu würdigen.

Eine Wegbegleiterin ist die jetzige Verbandsratsvorsitzende, Ursula Schele (PETZE, Frauennotruf). Sie hat seit vielen Jahren die Veränderungen im Verband durch Günter Ernst-Basten direkt begleitet.
„Betrachte ich die Vita von Ernst-Basten, ist sichtbar, dass es immer Menschen mit klaren Visionen, starken politischen Überzeugungen sowie Mut und Tatkraft bedarf, um echte Veränderungen zu bewirken. Bei Ernst-Basten geht das einher mit diplomatischem Geschick, Charme, Hartnäckigkeit und dem engagierten Eintreten für die vielfältigen Belange der mehr als 500 Mitgliedsorganisationen. So hat er die Erfolgsgeschichte `seiner` Brücke zu einer des ganzen PARITÄTISCHEN gemacht.

Mit Ernst-Basten ist der Verband lauter geworden. Das ist gut so, denn die sozialpolitischen Themen haben noch immer nicht den Stellenwert, den unsere Gesellschaft braucht.“

Für die Landespolitik hat es Ministerpräsident Daniel Günther übernommen, sich bei Günter Ernst-Basten für die Zusammenarbeit zu bedanken: „Sie waren viele Jahre lang ein verlässlicher und kompetenter Partner der Landesregierung. Mit Ihrem großen Engagement in der Sozialpolitik haben Sie einen wichtigen Beitrag für eine gerechte Gesellschaft geleistet“, sagte Günther. Als engagierter Streiter in wichtigen Themen wie Inklusion, Pflege und der gleichen Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft sei sein Rat stets gefragt gewesen. „Herzlichen Dank für Ihre Arbeit und Ihren Einsatz für die Menschen in Schleswig-Holstein“, so der Ministerpräsident.

Für den PARITÄTISCHEN Gesamtverband reiste der Hauptgeschäftsführer Dr. Ulrich Schneider aus Berlin an:
„Kollege Ernst-Basten war ein ganz wichtiger Impulsgeber für den Paritätischen Gesamtverband, der dafür sorgte, dass Schleswig-Holstein auch auf Bundesebene eine bedeutende Rolle spielte. Mit der von Schleswig-Holstein ausgegangenen Kampagne zum Bundesteilhabegesetz setzte er einen Markstein, was die Interessenvertretung behinderter Menschen angeht.“  

Der Vorsitzende der Landes-Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände Schleswig-Holstein, Landespastor Heiko Naß, betonte:
„Für die Landes-Arbeitsgemeinschaft war Günter Ernst-Basten ein wichtiger Brückenbauer in verfahrenen Verhandlungssituationen, Türöffner zu neuen Gesprächspartnern in Politik und Gesellschaft und immer wieder Ideengeber in der sozialen Arbeit. Er konnte sowohl die lauten als auch die leisen Töne spielen und hat in dieser Mischung in seinem Verband und in der Landes-Arbeitsgemeinschaft viel für das soziale Miteinander in unserem Land geleistet“, so Naß

Der neue Vorstand des PARITÄTISCHEN Schleswig-Holstein, Michael Saitner (34) übernimmt nun das Steuer des Verbandes. Der Jurist und 1. Vorsitzende des Vereins ‚Segelschiff Thor Heyerdahl e.V.‘ kann sich des Rückhalts von Günter Ernst-Basten und des Verbandsrates gewiss sein. Beide Vorstände - Saitner und Ernst-Basten - sind sich aber einig, dass es trotz aller Verdienste des Verbandes keine Ruhephase geben wird: „Wir machen eine Übergabe bei voller Fahrt. Die großen Themen Kita-Reform, Umsetzung des Bundesteilhabepaketes, Integration von geflüchteten Menschen, Fachkräftemangel, bezahlbarer Wohnraum und vieles andere lassen keine Pause zu“, so Michael Saitner.

„Michael Saitner kennt den Verband sehr gut und bringt viele neue Ideen mit. Auch er wird sicherlich mit Hartnäckigkeit und diplomatischem Geschick die Herausforderungen des Verbandes in der Gestaltung der Sozialen Arbeit für Schleswig-Holstein meistern“, so Ernst-Basten.

Kiel, den 13.04.2018


Verantwortlich:

Jan Dreckmann
Sozialpolitik & Kommunikation