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07.10.2009
…“Schulnoten bringen keine Transparenz!“ … Der PARITÄTISCHE zu Qualitätsprüfungen in Pflegeeinrichtungen
Pressemitteilung des PARITÄTISCHEN Schleswig-Holstein vom 07.10.2009
Kiel. Zur Pressemitteilung des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) über die Pflegequalität in Schleswig-Holstein sagt Anna Meiners, Fachreferentin für Altenhilfe und Pflege beim PARITÄTISCHEN Landesverband: „Es ist bedauerlich, dass der vdek hier einen Konflikt aufbaut, der gar nicht besteht, und so Menschen verunsichert, die oder deren Angehörige auf Pflege angewiesen sind.“ Der Ersatzkassenverband hatte aus den ersten so genannten Transparenzberichten des Medizinischen Dienstes abgeleitet, dass die Pflege in Schleswig-Holstein „schlecht“ und in einigen Bereichen „besorgniserregend“ sei.
„Die Qualitätsdebatte ist das wichtigste Thema im Pflegebereich – und alle Beteiligten, Krankenkassen, Medizinischer Dienst, Träger, Fachkräfte und Seniorenbeiräte, arbeiten gemeinsam daran, die Latte höher zu legen“, so Meiners. „Daher sind auch wir gespannt auf die Transparenzberichte. Sie liegen allerdings den Einrichtungen noch nicht vor.“ Daher sei es nicht möglich, die Angaben einzuschätzen, die der Leiter der vdek-Landesvertretung, Dietmar Katzer, nennt. „Außerdem sind erst rund 100 von über 1000 stationären wie ambulanten Pflegeeinrichtungen im Land geprüft worden. Wie immer das Ergebnis lautet, es handelt sich um eine Momentaufnahme.“
Die Transparenzberichte des Medizinischen Dienstes fragen eine Reihe von Positionen ab, die am Ende zu einer „Schulnote“ zusammengerechnet werden. „Es ist fraglich, ob diese Zahl tatsächlich etwas darüber aussagt, ob es einem pflegebedürftigen Menschen gut geht“, sagt Anna Meiners. Auch wer eine Pflegeeinrichtung sucht, erhält keine klare Auskunft: „Die Berichte der Heimaufsicht sind zu fachlich und für Betroffene wie Angehörige schlicht unverständlich.“ Ausführlicher informieren Transparenz-Berichte, die in den Heimen selbst entstehen – unter Beteiligung von Angestellten, Angehörigen, Bewohnerinnen und Bewohnern, ehrenamtlichen Kräften und Fachleuten von außen. Dieses Verfahren ist ein Modellprojekt, das vom Sozialministerium angestoßen wurde. „Warum Herr Katzer dieses gemeinsame Bemühen um mehr Qualität kleinredet, ist mir unverständlich“, so Meiners. „Er sollte es besser wissen.“
In den Pflegeeinrichtungen in Schleswig-Holstein hat sich in den vergangenen Jahren viel bewegt: So fanden und finden zahlreiche Fortbildungen statt. Beim Projekt „Pflege-Audits“, das der PARITÄTISCHE anbietet, besuchen und kontrollieren Pflegefachkräfte gegenseitig ihre Einrichtungen. Die Brücke Rendsburg-Eckernförde, eine Mitgliedsorganisation des PARITÄTISCHEN, nimmt am Bundeswettbewerb „Leuchtturm Demenz“ teil – auf „Bundesliganiveau“ bescheinigte das Bundesgesundheitsministerium. „Sicher sind nicht alle 1000 Einrichtungen in Schleswig-Holstein ebenso weit“, sagt Anna Meiners. „Aber auf dem Weg zu mehr Qualität sind alle. Pflegebedürftige und ihre Angehörigen sollten sich durch Schulnoten nicht kirre machen lassen.“
Kiel, 7. Oktober 2009
Verantwortlich:
Günter Ernst-Basten
Vorstand
Anna Meiners
Referentin Altenhilfe und Pflege
