Z:T - Demokratie braucht Gesellschaft - zivilgesellschaftliche Akteurinnen und Akteure stärken

Alle paar Jahre einen Stimmzettel ausfüllen, ist nicht so ganz das, was wir uns unter Demokratie wünschen. Demokratie ist eine Lebensform, die unseren Alltag prägt und die wir im Alltag prägen.

Wenn wir Demokratie sagen, dann meinen wir auch: gleiche Lebensbedingungen, soziale Gerechtigkeit, gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen. Es geht um Vielfalt, Inklusion, um freie Initiativen die das Miteinander organisieren, um die Selbstorganisation betroffener Menschen und um das freie Engagement von Bürgerinnen und Bürgern. Mit anderen Worten, Demokratie ist undenkbar ohne eine lebendige, eigensinnige und manchmal auch widerborstige Zivilgesellschaft.

Doch wir beobachten eine zunehmende Spaltung der Gesellschaft mit zunehmenden Ausgrenzungsprozessen. Der PARITÄTISCHE sieht sich hier in einer besonders hohen Verantwortung. Also haben wir das Projekt „Demokratie braucht Gesellschaft“ ins Leben gerufen.

Aber wie sieht es aus mit unserer eigenen Demokratie? Wie demokratisch sind die alltäglichen Entscheidungsstrukturen in unserem Verband, seinen Mitgliedsorganisationen und weiteren Einrichtungen / Gruppen und Vereinen? Welche Beteiligungsmöglichkeiten gibt es für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? Und für Nutzerinnen und Nutzer? Können wir sicher sein, dass bei uns keine Menschen mit Behinderung, Migrantinnen oder Migranten, arme oder so genannte bildungsferne Menschen oder wer auch immer diskriminiert werden? Und was machen wir, wenn es doch einmal bei uns zu fremdenfeindlichen, rassistischen, menschenverachtenden oder anderen diskriminierenden Verhaltensweisen kommt?

Demokratinnen und Demokraten gesucht!

Auf diese Fragen möchten wir in den kommenden drei Jahren gemeinsam Antworten suchen, Lösungswege erarbeiten und anbieten. In dem Projekt „Demokratie braucht Gesellschaft – zivilgesellschaftliche Akteurinnen und Akteure stärken“ bieten wir an, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder freiwillig engagierte Menschen aus unseren Mitgliedsorganisationen oder weiteren Gruppen / Vereinen und Organisationen in Schleswig-Holstein zu Teilhabe-Coaches auszubilden. Die Ausbildung umfasst eine Grundschulung in sechs Modulen und eine Reihe von Vertiefungsmodulen. Ziel der Ausbildung ist es, antidemokratisches und diskriminierendes Verhalten zu erkennen, Strategien und Methoden kennenzulernen, wie proaktiv in der eigenen Organisation die Demokratie gestärkt und eine inklusive, Vielfalt lebende Kultur geschaffen werden kann. Die Teilhabe-Coaches werden in ihrer praktischen Arbeit vor Ort durch die Projektmitarbeitenden begleitet und in ihren eigenen „Demokratie-Projekten“ unterstützt.

Neben der Modul-Schulung finden themenspezifische und bedarfsgerechte weiterführende Fortbildungen und Vernetzungstreffen statt.

Was kann damit verbunden sein? – Ein paar Schlagworte zur Annäherung:

  • Menschenbild und demokratieermöglichende Haltung
  • Demokratiebewusstsein entwickeln
  • Wie können demokratische(re) Arbeitsstrukturen aussehen?
  • Demokratie als Arbeitsprinzip in der eigenen Organisation
  • Freiheit und Verantwortung auf mehreren Schultern verteilen
  • Vielfalt als Chance sich breiter aufzustellen

Hintergrund des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ (Z:T)

Das Projekt "Demokratie braucht Gesellschaft" wird gefördert durch das Bundesministerium des Innern im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“.

Im Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ steht die Stärkung demokratischer Praxis in Vereinen und Verbänden im Fokus. Freiwillig Engagierte und Hauptamtliche werden qualifiziert und begleitet, die eigenen institutionellen Strukturen teilhabeorientiert mitzugestalten und weiterzuentwickeln. Ein Handlungsschwerpunkt liegt dabei auf diskriminierenden und undemokratischen Verhaltensweisen und Strukturen. Das Programm fördert die Etablierung von Verfahren und Prozessen, die Akteure in Vereine sensibilisieren und handlungsfähig machen, um Vereine zu öffnen, Vielfalt zuzulassen und Vereine als Lern- und Erfahrungsorte für lebbare Demokratie zu stärken.

Gefördert durch das BMI im Rahmen des Programms "Zusammenhalt durch Teilhabe"

Kontakt

Andrea Dallek
Fachreferat | Bürgerschaftliches Engagement, Gemeinwesenarbeit, Inklusion und Selbsthilfe
0431 / 5602-53
Heike Roth
Fachreferat | Bürgerschaftliches Engagement, Gemeinwesenarbeit, Inklusion und Selbsthilfe
0431 / 5602-53
Holger Wittig-Koppe
Fachreferat | Bürgerschaftliches Engagement, Gemeinwesenarbeit, Inklusion und Selbsthilfe
0431 / 5602-76