03.05.2018

Vom Frauenhaus in die eigenen vier Wände

Das Projekt ‚Frauen_Wohnen‘ wird am Beispiel der regionalen Servicestelle Kiel vorgestellt

Zwei aus dem Frauenhaus Preetz (ganz links) schilderten eindrucksvoll ihre vergeblich Suche nach Wohnraum. Und sie wollen was tun: (v.l. vorn) Karin Helmer, stadt.mission.mensch, Michael Satiner, Vorstand PARITÄTISCHER, Gleichstellungsministerin Sabine Sütterlin-Waack, Stadtrat Gerwin Stöcken, (v.l. oben) Jörg Spriewald, stadt.mission.mensch, Özlem Ünsal, Landtagsabgeordnete, Katja Zenk, Projektkoordinatorin.

Kiel, 03.05.2018.
Die schwierige Situation auf dem Wohnungsmarkt führt dazu, dass Frauen nach einem Aufenthalt in einem Frauenhaus oft erhebliche Probleme haben, eine angemessene und bezahlbare Wohnung zu finden. Sie bleiben oftmals länger als notwendig, auch wenn sie nicht mehr schutzbedürftig sind. Die Plätze stehen anderen Frauen und Kindern in Krisensituationen somit nicht zur Verfügung.

Das Projekt „Wohnraumbeschaffung durch Kooperation - bezahlbarer Wohnraum für Frauen, die mit ihren Kindern in Frauenhäusern leben“ (kurz: Frauen_Wohnen) soll dies ändern. Das Gleichstellungsministerium fördert das Projekt über zunächst fünf Jahre. (2018-2022).

In Schleswig-Holstein gibt es in 16 Frauenhäusern rund 322 Plätze. 2017 wurden 1.567 Frauen z.T. mit ihren Kindern hier betreut. 204 Frauen waren länger als sechs Monate im Frauenhaus - oftmals weil keine Wohnung für sie zu finden war. Laut Angaben der Frauenhäuser mussten viele Frauen in Notsituationen wegen Platzmangels abgewiesen werden.

Gleichstellungsministerin Sütterlin-Waack präsentiert das Projekt Frauen_Wohnen gemeinsam mit den Verantwortlichen der Servicestelle Kiel (Träger: stadt.mission.mensch) und dem PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverband Schleswig-Holstein e.V., der die Umsetzung des Projektes verantwortet. Vier regionale Servicestellen (s.u.) sorgen für die landesweite Umsetzung des Projektes Frauen_Wohnen.

„Es gibt zwei gute Gründe, dieses Wohnraumprojekt umzusetzen: Zum einen brauchen wir die knappen Frauenhausplätze für die akuten Notfälle und zum anderen sollen die Frauen möglichst schnell wieder in eine gewaltfreie Normalität entlassen werden“, so Michael Saitner vom PARITÄTISCHEN Schleswig-Holstein. 

„Wir können mit diesem Projekt nachhaltig die Lebenssituation von Frauen und natürlich auch deren Kindern stabilisieren und verbessern“, so die Gleichstellungsministerin Sabine Sütterlin-Waack. Durch das Projekt „Wohnraumbeschaffung durch Kooperation - bezahlbarer Wohnraum für Frauen, die mit ihren Kindern in Frauenhäusern leben“ sollen Frauen bei der Suche und nach einem angemessenen und nachhaltig bezahlbaren Wohnraum gezielt unterstützt werden. Das Gleichstellungsministerium des Landes Schleswig-Holstein hat den PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverband Schleswig-Holstein mit der Durchführung betraut und fördert das Projekt mit mehr als vier Millionen Euro.

Frauen, die nach der Unterbringung im Frauenhaus eine Wohnung suchen, haben es nicht leicht. Sie sind vordringlich wohnungssuchend, stehen aber in Konkurrenz zu den vielen anderen, die ebenfalls auf dem Wohnungsmarkt aktiv sind.

„Um geeigneten Wohnraum für die Frauen (und Kinder) zu finden, brauchen wir Kooperationen mit der Wohnungswirtschaft. Und auch jeder private Vermieter kann sich gern an uns wenden. Wir brauchen Sie!“ Karin Helmer, Geschäftsführerin stadt.mission.mensch und verantwortlich für die Servicestelle in Kiel.

„Die Umsetzung des Projektes ist in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung und eine Innovation. Frauenhäuser, Frauenberatungsstellen, Landesregierung, Kommunen und Wohnungswirtschaft werden eng zusammenarbeiten, um für die betroffenen Frauen und betroffenen Kinder Wohnraum zu organisieren“, so Saitner.

Vertreterinnen und Vertreter aus dem Gleichstellungsministerium, den Frauenhäusern Kiel, Plön und Neumünster, sowie des PARITÄTISCHEN stellen heute das gemeinsame Projekt am Beispiel der Servicestelle in Kiel vor.

Vier regionale Servicestellen zur Umsetzung des Konzeptes sind startklar und dann für folgende Regionen zuständig:
Region 1: Lübeck, Ostholstein, Herzogtum Lauenburg, Stormarn
Region 2: Kiel, Plön, Neumünster
Region 3: Wedel, Pinneberg, Elmshorn, Norderstedt, Itzehoe
Region 4: Rendsburg, Dithmarschen, Flensburg, Schleswig-Flensburg

Kiel, 03. Mai 2018

Verantwortlich für diese Pressemitteilung:
Jan Dreckmann
Sozialpolitik & Kommunikation