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Kita-Bericht 2026 des PARITÄTISCHEN – Jetzt ist die Chance für echte Bildungsgerechtigkeit!

Der neue Kita-Bericht 2026 des Paritätischen Gesamtverbandes zeigt: Sinkende Kinderzahlen lösen die strukturellen Probleme der Kindertagesbetreuung nicht. Besonders Kinder in sozial belasteten Familien geraten zunehmend ins Hintertreffen.

Mit 3.267 erfassten Einrichtungen ist der Kita-Bericht 2026 die bislang größte Datenbasis des Paritätischen Gesamtverbandes zur Situation in deutschen Kindertageseinrichtungen. Sein zentrales Ergebnis widerspricht einer Erzählung, die sich derzeit in vielen Debatten festsetzt. Weil Kinderzahlen sinken und bundesweit mehr als 550.000 Kitaplätze ungenutzt bleiben, gilt der Fachkräftemangel manchen bereits als Problem von gestern. Der Bericht zeigt, dass diese Hoffnung trügt. Personalmangel ist vielerorts zum Dauerzustand geworden: Bundesweit fehlen rechnerisch rund 107.000 pädagogische Mitarbeitende, während zwei Drittel der Einrichtungen den vorhandenen Personalschlüssel für unzureichend halten.

Der PARITÄTISCHE fordert deshalb einen Sozialindex in der Kita-Finanzierung. Ressourcen sollen sich künftig nicht allein an der Zahl der betreuten Kinder bemessen, sondern gezielt nach Belastungslagen wie Armut, Migration und Inklusionsbedarf verteilt werden.

„Anstatt Kitas zu schließen, müssen wir die Mittel, die durch die sinkenden Kinderzahlen frei werden, für bessere Bedingungen in den Kitas vor Ort einsetzen – und zwar für kleinere Gruppengrößen. Das gibt mehr Spielraum für Leitungen und pädagogische Fachkräfte und kommt direkt bei den Kindern an.“ sagt Michael Saitner, geschäftsführender Vorstand des PARITÄTISCHEN Schleswig-Holstein. „Schleswig-Holstein hat jetzt die Chance, sich für echte Bildungsgerechtigkeit einzusetzen. Es macht einen spürbaren Unterschied, ob sich die pädagogische Fachkraft um zehn oder um acht Kinder kümmert: mehr Zeit bedeutet mehr individuelles Eingehen auf Bedürfnisse, weniger Belastung im Arbeitsalltag, mehr natürliche Sprachanlässe. Dadurch könnten Kitas mehr denn je zu dem Bildungsort werden, der sie eigentlich sein sollten. Nur so kann Chancengerechtigkeit entstehen. Nur so können Kinder in ihrer weiteren Bildungsbiografie sowie die gesamte Gesellschaft profitieren!“