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Michael Saitner, geschäftsführender Vorstand des PARITÄTISCHEN Schleswig-Holstein, zur Situation von ambulanten Pflegediensten und Fahrdiensten bei steigenden Spritpreisen

„Die aktuell erneut stark steigenden Sprit- und Dieselpreise treffen die ambulanten Pflegedienste sowie die Fahrdienste in der Eingliederungshilfe und andere mobile soziale Dienste in Schleswig-Holstein mit voller Härte. Unsere Mitarbeitenden sind für ihre tägliche Arbeit auf das Auto angewiesen – ob bei der Versorgung von Menschen in ihrer Häuslichkeit oder bei der Beförderung von Menschen mit Behinderung zu Werkstätten, Förderschulen oder tagesstrukturierenden Angeboten. Jede Erhöhung an der Zapfsäule schlägt bei ihnen unmittelbar zu Buche.

Unsere Dienste müssen die gestiegenen Kosten derzeit aus ihren Rücklagen bezahlen, da die Vergütungen und Pauschalen mit den Kostenträgern pauschal für das gesamte Jahr verhandelt wurden und die aktuelle Preisentwicklung darin nicht abgebildet ist. Das führt zu erheblichen finanziellen Problemen, die für einzelne Dienste im Zweifel auch existenzgefährdend werden können.

Wir erwarten von der Politik, dass diese systemrelevanten Dienste umgehend eine spürbare Entlastung erfahren, damit die Versorgung und Mobilität der betroffenen Menschen auch weiterhin zeitnah und verlässlich gesichert werden können. Wir brauchen kurzfristig eine wirksame Kompensation durch eine Anpassung der jeweiligen Einsatz- und Fahrtkostenpauschalen, damit die pflegerische Versorgung und die Teilhabe von Menschen mit Behinderung nicht gefährdet werden. Langfristig müssen die durch die erneute Spriterhöhung entstehenden finanziellen Zusatzbelastungen in den nächsten Vergütungsverhandlungsrunden mit eingepreist werden.“