Michael Saitner, geschäftsführender Vorstand des PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverbands Schleswig-Holstein, zur aktuellen PISA-Studie
„Die Ergebnisse überraschen niemanden, der seit Jahren hinschaut. Schüler*innen in Deutschland erreichen historische Tiefstwerte – und die Politik erklärt das mit multiplen Krisen. Aber Krisen sind keine Entschuldigung. Sie sind seit Jahren die tagtägliche Realität einer ganzen Generation und ein zeitgemäßes Bildungssystem muss darauf endlich eine Antwort haben.
Wir fordern seit Jahren multiprofessionelle Teams an Schulen – Sozialarbeiterinnen, Psychologinnen, Fachkräfte, die dort sind, wo Kinder sind. Denn weder Lehrer*innen allein noch Eltern zuhause können das auffangen – schon gar nicht, wenn soziale Herkunft nach wie vor darüber entscheidet, wer welche Chancen bekommt. Das ist kein Naturgesetz. Das ist politisches Versagen.
Besonders alarmierend: Bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist die Schulabbrecherquote fast dreimal so hoch wie im Durchschnitt – dahinter steckt vor allem soziale Ungleichheit, keine Frage der Herkunft. Es braucht Menschen, Strukturen und den politischen Willen, Bildung wirklich gerechter zu machen. Alles andere sind nur Lippenbekenntnisse."