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PARITÄTISCHER SH warnt vor einem harten Corona-Winter in der Pflege

Angesichts der vierten Corona-Welle, einem schleppenden Impffortschritt und dem Auslaufen der epidemischen Lage fordert der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband Schleswig-Holstein ein schnelles und entschiedenes Handeln der Landespolitik in der Pflege.

„Uns steht ein harter Corona-Winter bevor,“ sagt Michael Saitner, Vorstand des PARITÄTISCHEN SH. „Politische Entscheidungen wie die Wiedereröffnung der Impfzentren, die Regelung der Booster-Impfungen sowie Maßnahmen, die die vierte Welle hätten brechen können, wurden seit Wochen von der Bundesregierung verschleppt – und nun soll auch noch die epidemische Lage offiziell beendet werden, obwohl nichts geregelt ist. Das ist eine Katastrophe, insbesondere für stationäre Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste und die besonders gefährdeten Menschen, die sie betreuen!“

Der Vorstand des Wohlfahrtsverbandes fordert die Landespolitik in aller Dringlichkeit zu schnellem und entschiedenem Handeln auf, auch, um die Versäumnisse der geschäftsführenden Bundesregierung aufzufangen.

„Uns erreichen stündlich Anrufe nach einer Einschätzung der coronabedingten Schutzmaßnahmen, damit die Einrichtungen sich vorbereiten können. Mit dem Auslaufen der epidemischen Lage stehen Pflegeeinrichtungen und ambulante Dienste vor riesigen Problemen, angefangen damit, dass damit auch die Refinanzierung von Schutzkleidung und anderen Hygienemaßnahmen ausläuft. Und mittlerweile sollte doch jedem und jeder in der Politik bekannt sein, wie die Situation in der Pflege aussieht: Fachkräftemangel allerorten, vermehrte Impfdurchbrüche in Einrichtungen mit anschließender Quarantäne – was stellt sich die Politik vor, wie die Versorgung von Pflegebedürftigen in den kommenden Monaten sichergestellt werden soll?“

Michael Saitner weist auch darauf hin, dass von der Politik hauptsächlich die stationäre Pflege in den Blick genommen wird, die meisten Pflegebedürftigen leben allerdings Zuhause und sind auf die etwa 540 ambulanten Pflegedienste im Land angewiesen – von denen viele aufgrund des akuten Fachkräftemangels bestehende Verträge kündigen oder ihre Dienste schließen müssen.

„Es ist nun dringendes Handeln gefragt. Zuerst müssen wir den Corona-Winter in den Griff bekommen, dies wird nur mit einer Verlängerung der epidemischen Lage bis mindestens März gehen, außerdem ist eine Fortführung der Rettungsschirme unabdingbar für die Planungssicherheit der Einrichtungen mit entsprechend verlässlichen Refinanzierungen. Tests und Drittimpfungen für Mitarbeitende und Pflegebedürftige müssen – insbesondere auch in der ambulanten Pflege – klar geregelt und weiterhin leicht zugänglich sein, um Menschenleben zu retten.

Wenn das geschafft ist, muss sich die Politik endlich dem Fachkräftemangel in der Pflege mit aller Entschlossenheit widmen. Gerade durch die jetzige Situation wird noch einmal deutlich, dass ein Pflegesystem nicht durch Leiharbeit aufrechterhalten werden kann. Wie laut müssen die Rufe von Pflegekräften, Einrichtungen und Verbänden noch werden, damit die Politik sie hört?“

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Bild von Julia Bousboa
Julia Bousboa Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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