Schleswig-Holstein kann zum Kinderland werden – der PARITÄTISCHE SH fordert echte Chancengerechtigkeit für alle Kinder
Heute berät der Landtag gleich über mehrere zentrale Zukunftsfragen: die PISA-Ergebnisse, den Kita-Ausbau und die Situation Alleinerziehender bei der Kinderbetreuung. Der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband Schleswig-Holstein sieht darin eine historische Chance und bekräftigt anlässlich der Plenarsitzung seine Forderungen aus den vergangenen Wochen.
„Gute Schulen, kleinere Gruppen in den Kitas, flexible Betreuung für Alleinerziehende – das sind keine drei getrennten Themen, das kann ein gemeinsames Versprechen sein: Chancengerechtigkeit für jedes Kind in diesem Land, ganz gleich, aus welchem Elternhaus es kommt“, sagt Michael Saitner, geschäftsführender Vorstand des PARITÄTISCHEN Schleswig-Holstein. „Wenn der Landtag heute über all das berät, dann verhandelt er über nichts Geringeres als die Zukunft unserer Kinder – und über die Zukunft dieses Landes.“
Der PARITÄTISCHE SH erinnert an seine Forderungen: multiprofessionelle Teams an Schulen und eine Bildungspolitik, die sich nicht länger hinter multiplen Krisen versteckt. Kleinere Gruppengrößen in den Kitas, finanziert durch einen Sozialindex, der Ressourcen dorthin lenkt, wo Kinder sie am dringendsten brauchen. Und echte Lernmittelfreiheit, die ihren Namen auch verdient.
Zu diesem Dreiklang gehört für den Verband ausdrücklich ein weiterer, oft übersehener Baustein: die Situation Alleinerziehender. „Alleinerziehende stehen jeden Tag vor der Frage, wie sie Job, Alltag und Kinderbetreuung unter einen Hut bringen sollen – oft ohne jedes Netz. Ein Modellprojekt für flexible Kinderbetreuung ist deshalb weit mehr als ein Randthema. Es ist ein Baustein echter Chancengerechtigkeit, für die Kinder genauso wie für ihre Eltern“, so Saitner weiter.
„Die Landesregierung sollte den Mut haben, hier wirklich voranzugehen. Schleswig-Holstein hat das Potenzial, als nördlichstes Bundesland zum Leuchtturm für ganz Deutschland zu werden – zu einem echten Kinderland, in dem Herkunft nicht über Zukunft entscheidet. Diese Chance sollten wir uns nicht entgehen lassen“, appelliert Saitner an die Abgeordneten.