Frauen_Wohnen

Die äußerst angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt führt dazu, dass Frauen und Kinder die in einem Frauenhaus leben, nach Wegfall des Schutzbedarfes besonders große Schwierigkeiten haben, angemessenen und bezahlbaren Wohnraum zu finden.

Die Folge sind verlängerte Aufenthalte im Frauenhaus – ein Teil der stets dringend benötigten Plätze für schutzsuchende Frauen und Kinder in akuten Krisensituationen bleibt so belegt.

Auch von Gewalt bedrohte oder betroffene Frauen und Kinder, die sich an eine Frauenfachberatungsstelle wenden und deren Lebenssituation sich durch eine eigene Wohnung erheblich verbessern würde, befinden sich in einer ähnlichen Situation.

An diesem Punkt setzt Frauen_Wohnen an: Das vom Gleichstellungsministerium geförderte Projekt (kurz: Frauen_Wohnen) wurde 2017 vom PARITÄTISCHEN Schleswig-Holstein konzipiert und wird seit 2018 realisiert.

In sechs regionalen Servicestellen, die in freier Trägerschaft betrieben werden, stehen den wohnungssuchenden Frauen nun landesweit engagierte Mitarbeiter*innen zur Seite, die unbürokratisch und schnell die Suche nach bezahlbarem Wohnraum unterstützen.

Frauen_Wohnen ist darüber hinaus ein nachhaltig-innovatives Kooperationsprojekt, das gemeinsam mit namhaften Vertretern der Wohnungswirtschaft neue Wege der Zusammenarbeit entwickelt und praktisch umsetzt, um betroffenen Frauen den Zugang zum Wohnungsmarkt zu erleichtern. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse und Strategien können in Zukunft auch Personengruppen dienen, die aus anderen Gründen auch von diesem Problem betroffen sind.

Ein eingesetzter Beirat begleitet das Projekt während der gesamten Projektlaufzeit bis zum Dezember 2022. Im Beirat sind neben dem Justizministerium und dem PARITÄTISCHEN auch Frauenhäuser, Frauenfachberatungsstellen, Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen, der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen sowie Haus und Grund vertreten. Die gebündelte Expertise ermöglicht durch ihre Perspektivvielfalt eine ganzheitliche Betrachtungsweise.

Das Projekt Frauen_Wohnen hat sich als ein zusätzlicher Baustein im Unterstützungssystem etabliert und ist als Ergänzung zur wertvollen Arbeit der Frauenhäuser und Frauenfachberatungsstellen anzusehen - es soll und kann die pädagogische Arbeit vor Ort nicht ersetzen aber die Wohnungssuche erheblich erleichtern und damit zur Entlastung beitragen.


Kontakt

Bild von Ivy Wollandt
Ivy Wollandt
Fachreferat | Frauen, Familienberatung und Betreuungsvereine, Projektkoordination Frauen_Wohnen
0431/5602-64